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Wurmkuren für das Tier - Gesundheit für den Menschen

Würmer merkt man seinem Tier nicht immer an. Auch am Kot kann man mit bloßem Auge nicht erkennen, ob das Tier mit Würmern infiziert ist

Mit keinem anderen Tier lebt der Mensch so eng zusammen wie mit einem Hund oder einer Katze. Sie lecken uns über das Gesicht, sitzen mit auf dem Sofa, schlafen manchmal mit im Bett und naschen auch von unseren Tellern. Solange das Fell glänzt und das Tier gesund erscheint, denkt kaum ein Besitzer darüber nach, ob sein Tier Wurmeier ausscheidet. Einen geringgradigen Wurmbefall sieht man dem Tier nicht an. Nur eine Untersuchung unter dem Mikroskop bietet eine sichere Aussage.

Unauffällige Trittbrettfahrer

Ein gesundes Tier kann mit einer Wurminfektion ganz normal leben. In den meisten Fällen wird der Wurmbefall nicht einmal bemerkt. Grund ist die Überlebensstrategie der Parasiten: Nur wenn der Wirt durch den Parasiten nicht geschwächt wird, bleibt er dem Wurm als „Lebensgrundlage“ erhalten. Es entsteht ein Gleichgewicht zwischen Wirt und Parasit, in dem der Wurm bequem leben und sich vermehren kann. Über den Kot scheidet der Wirt die Wurmeier aus, die dann vom nächsten Wirt aufgenommen werden. Die meisten Parasiten sind perfekt an ihren Wirt angepasst und können sich auch nur in „ihrem“ Wirt ansiedeln und vermehren. Gelangen nur wenige Eier in einen anderen, so genannten Fehlwirt, kann dieser ernsthaft erkranken. Der Mensch spielt häufig die Rolle des Fehlwirtes bei Hundewürmern. Besonders Kinder sind gefährdet. Nicht nur die Wurmeier in der Umwelt sind eine Gefahrenquelle für den Menschen.

Verschiedene Wurmarten

Der am häufigsten beim Hund anzutreffende Wurm ist der Spulwurm (Toxocara canis). Er wird im Hundedarm bis zu 16 cm lang. Seine Eier entwickeln sich im menschlichen Organismus zu Larven, die verschiedenste Krankheitsbilder hervorrufen können.

Als Wanderlarven (Larva migrans viszeralis) führen sie zur „Toxocariasis“. Symptome können Fieber, Lebererkrankungen, Husten mit asthmatischem Charakter, Magen-Darm-Beschwerden, Nervenerkrankungen wie epilepsieartige Anfälle und bei Befall der Augen und des Sehnervs sogar Erblindung sein. Noch Jahre nach der Ansteckung können die so genannten Wanderlarven Symptome hervorrufen. Hygiene und regelmäßige Wurmkuren beim Tier sind unerlässlich.

Hier können Sie testen, welcher Entwurmungsrythmus für Ihr Tier empfohlen wird.

Entwurmung – nicht nur alle paar Monate!

Eine Studie aus der Schweiz hat nun gezeigt, dass selbst eine Entwurmung alle Vierteljahr das Risiko einer Wurminfektion bei Hund und Katze nicht ausreichend vermindert. In der Fachzeitschrift „Parasitological Research“ veröffentlichten die Wissenschaftler aus Bern im vergangenen Dezember ihre Ergebnisse, die belegen, dass auch von regelmäßig entwurmten Hunden immer noch ein Infektionsrisiko für Mensch und Tier ausgeht.

111 Hunde nahmen an der Studie Teil. Sie wurden alle drei Monate mit einem Breitband-Präparat entwurmt und ihr Kot in monatlichem Abstand auf Wurmeier untersucht. Drei Viertel dieser Hunde hatten trotz der regelmäßigen Wurmkur mindestens einmal Wurmeier im Kot.

Wurmkuren: Nur Therapie, keine Vorbeugung

Eine Wurmkur bewirkt nur, dass die Würmer, die im Tier leben, abgetötet werden. Sie beugt aber nicht vor: Ein Hund kann sich am Tag, an dem er entwurmt worden ist, wieder mit Wurmeiern infizieren. Wer sichergehen will, dass sein Tier keine unerwünschten Trittbrettfahrer mit sich herum trägt, lässt regelmäßig den Kot des Hundes oder der Katze beim Tierarzt auf Endoparasiten untersuchen. Je nach Befund sollte ein individuelles Entwurmungsschema erstellt werden (Frequenz der Entwurmung und anzuwendendes Präparat). Die Wurmkur ist für den Hund nicht schädlich. Die Nebenwirkungen sind gering. Die Nutzen für Mensch und Tier sind dagegen riesig.

Da auch die größtmögliche Sorgfalt im Umgang mit der Wurmkur das Problem von Wurmeiern im Kot nicht aus der Welt schafft, gilt es für alle verantwortungsbewussten Hundehalter, stattdessen die Hundehäufchen aus der Welt zu schaffen. Wer sich vor den Hinterlassenschaften seines Vierbeiners zu sehr ekelt, um mit einer Tüte über der Hand einfach beherzt zuzugreifen, für den gibt es im Fachhandel ein breites Angebot an Hilfsmitteln, die den Kontakt mit den unangenehmen Stoffwechselprodukten so gering wie möglich halten: Zum Beispiel Greifer, über die eine Tüte gestülpt wird, oder sogar Faltschachteln, die sich wie von selbst unter den Hundehaufen schieben und die mit dem Fuß bedient werden können. Das Liegenlassen des „Häufleins“ ist in vielen Gegenden zudem verboten, und wer vom Ordnungsamt dabei ertappt wird, muss mit empfindlich hohen Strafen rechnen.

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