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Tierärztliche Praxis für Kleintiere

Dr. med. vet. Annerose Hönicke

Tierärztliche Praxis für Großtiere

Dr. med. vet. Eberhard Hönicke

Epilepsie

 

Bei der Epilepsie handelt es sich um ein Anfallsleiden, welches durch eine Art “Übererregbarkeit des Gehirns” verursacht wird und mit krampfartigen Anfällen einhergeht. Ein Anfall wird durch die plötzliche Entladung unzähliger Nervenzellen ausgelöst. Diese Krampfbereitschaft kann angeboren oder im Laufe des Lebens erworben werden.
Wird die Krampfschwelle des Gehirns durchbrochen (z.B. durch Fieber, Gifte, Medikamente, Blutzuckerspiegel, Tumore...), reagiert der Körper mit Krämpfen. Im Falle eines generalisierten Krampfes werden die Tiere bewusstlos, fallen um, haben Lauf- und Kaukrämpfe, speicheln, setzen Kot oder Urin ab. Bei den partiellen oder fokalen Anfällen können die Tiere oft noch laufen , sind aber vollkommen desorientiert. Die Krämpfe dauern oft nur wenige Sekunden, können aber auch in einen Dauerkrampf (ab 5 Minuten - Status epilepticus) übergehen, der ohne tierärztlichen Eingriff zum Tode des Tieres führt. Nach dem Krampf haben die Tiere oft Heißhunger, zeigen Verhaltensstörungen wie Erschöpfung oder Aggression oder sie verhalten sich als sei nichts gewesen.
Auch vor einem bevorstehenden Anfall zeigen die Tiere oft solche Verhaltensänderungen und der Tierbesitzer merkt, dass ein Anfall naht.
Oft findet man nicht die eigentliche Ursache für die Epilepsie oder den Auslöser für einzelne Anfälle.

Leben mit Epilepsie

Epilepsie ist nicht heilbar, aber behandelbar!
Vor einer medikamentösen Therapie ist es ratsam, den Patienten “hormonell ruhig zu stellen”; die Kastration ist die sicherste Möglichkeit, dies stabil zu gewährleisten.
Ziel der Therapie ist es, die spontanen Entladungen des Gehirn medikamentell zu unterdrücken, so dass Ihr Tier keine Anfälle mehr hat.
Hierfür bekommt Ihr Tier das Epilepsiemedikament mit dem Wirkstoff Phenobarbital, wie es auch in der Humanmedizin verwendet wird. Die Dosis ist sehr individuell und muss für jeden Patienten ermittelt werden. Es ist daher wichtig, dass Sie eng mit Ihrem Tierarzt/Ihrer Tierärztin zusammenarbeiten. Hierfür sollten Sie sowohl die Tablettengabe als auch die Anfälle in Dauer und Häufigkeit protokollieren.
Es wird versucht, die Medikamentendosis so gering wie möglich zu halten, ohne dass Anfälle auftreten. Hierzu sollte die Konzentration des Medikaments im Blut und damit auch die Therapie, regelmäßig kontrolliert werden. Dies erfolgt durch eine Blutentnahme in regelmäßigen Abständen.
Da dieses hochwirksame Medikament natürlich auch Nebenwirkungen hat, vor allem auf die Leber, ist gleichzeitig eine Kontrolle der Blutleberwerte unbedingt anzuraten.
 

Sollte Ihr Tier trotz einer guten Behandlung einmal einen Anfall haben, bekommen Sie von uns ein Notfallmedikament in Zäpfchenform mit nach Hause, welches Sie in diesem Fall ganz leicht verabreichen können.

 

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