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Tierärztliche Praxis für Kleintiere

Dr. med. vet. Annerose Hönicke

Tierärztliche Praxis für Großtiere

Dr. med. vet. Eberhard Hönicke

Ist drin, was drauf steht?

Informationen zur Futtermitteldeklaration

 

Bezeichnung des Produkts

 

Unterschied Alleinfuttermittel vs. Ergänzungsfuttermittel

Alleinfuttermittel: sind Produkte, die das Tier mit allen Nährstoffen, die es täglich benötigt, versorgen, sofern die Fütterung gemäß den angegebenen Empfehlungen erfolgt.

Ergänzungsfuttermittel: liefern nicht alle erforderlichen Nährstoffe und müssen daher mit anderen Futtermitteln kombiniert werden (z.B. mit einer selbst zubereiteten Ration). Beifutter wie Snacks oder Belohnungen fallen unter die Rubrik Ergänzungsfuttermittel.

 

Bezeichnung „mit“ oder „reich an“

Wenn auf dem Etikett Bezeichnungen wie „mit oder „reich an“ stehen, müssen folgende Mengen enthalten und auch deklariert sein:

„…-Geschmack“: weniger als 4% XY sind enthalten

„mit …“: mindestens 4% XY sind enthalten

„reich an…“: mindestens 14% XY sind enthalten

„…-Mahlzeit/Dinner/Menü“: mindestens 26% XY sind enthalten

„100%...“: ausschließlich XY sowie erlaubte Zusatzstoffe, Nahrungsergänzungsstoffe und Wasser (zur Produktion) dürfen enthalten sein.

Wichtig ist zu unterscheiden, ob eine Zutat frisch oder in getrocknetem Zustand beigefügt wurde: Bei der Angabe „mit Karotten“ müssen mindestens 4% frische Karotten oder deren Gegenwert in getrockneten Karotten enthalten sein.

 

Zusammensetzung

Die verwendeten Rohstoffe können entweder unter genauer Nennung der Einzelfuttermittel (Geflügelmehl, Weizen, tierisches Fett, etc …) oder unter Angabe der von der EU definierten Kategorie (Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Gemüse, Getreide, etc…) aufgeführt werden.

Die Zutaten auf dem Etikett werden in abnehmender Reihenfolge ihrer Gewichtsprozente aufgezählt, d. h. die Zutat mit dem höchsten Gehalt erscheint an erster Stelle.

Ausnahme Gruppenbezeichnung Mineralstoffe: Bei den Angaben zu den enthaltenen Mineralstoffen haben sich die Hersteller von Tiernahrung darauf geeinigt, dass zur Vermeidung langer Listen von Mineralstoffen (z.B. Kalziumkarbonat, Natriumchlorid, Kaliumchlorid etc.) auf dem Etikett auch in der Liste der Einzelfuttermittel die Kategorie „Mineralstoffe“ angegeben werden kann.

 

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse

Alle tierischen Produkte, die in Tiernahrung verarbeitet werden, müssen von Schlachtkörpern stammen, die gemäß der amtstierärztlichen Fleischkontrolle als „für den menschlichen Verzehr geeignet“ beurteilt wurden.

Damit nahrhafte und bedarfsgerechte Tiernahrung zu erschwinglichen Preisen hergestellt werden kann, werden Materialien aus der menschlichen Nahrungskette verwendet, die dort über den tatsächlichen Bedarf hinaus anfallen. Das hat den Vorteil, dass äußerst nahrhafte und für Heimtiere auch hoch schmackhafte Materialien verarbeitet werden können. Hierzu zählen unter anderem auch Erzeugnisse, die je nach Land und Kultur nicht „in Mode“ sind (z.B. Lunge, Magen, Kutteln, Leber, Herz, Niere, etc.)

Die Vereinigung der europäischen Heimtiernahrungsindustrie betrachtet nicht nur die Skelettmuskulatur, sondern auch die nährstoffreichen Schlachtkörperteile wie Kutteln, Leber, Herz, Niere etc. als Fleisch.

 

Gesetzliche Definition von „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“:

„ Alle Fleischteile geschlachteter warmblütiger Landtiere, frisch oder durch ein geeignetes Verfahren haltbar gemacht, sowie alle Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse aus der Verarbeitung von Tierkörpern oder Teilen von Tierkörpern warmblütiger Landtiere.“

 

Darf eine Zutat besonders hervorgehoben werden?

Laut Gesetzgebung können Futtermittelhersteller eine bestimmte Zutat besonders hervorheben, indem deren prozentualer Gehalt auf dem Etikett angegeben wird. Zutaten sind jedoch nicht immer frisch oder gefroren verfügbar, sondern können auch im getrockneten Zustand vorliegen. Somit können, wenn auf dem Etikett Karotten angegeben sind, auch getrocknete Karotten verwendet werden.

 

Zusatzstoffe

Zusatzstoffe werden gemäß EU-Verordnung je nach Funktionsweise und Eigenschaften in verschiedene Kategorien eingeteilt, wobei auch deren Verwendungszweck beschrieben wird.

So umfasst z.B. die Kategorie „ernährungsphysiologische Zusatzstoffe“ Funktionsgruppen wie „Spurenelemente“, „Vitamine“ oder „Aminosäuren“. Wenn eine spezielle ernährungsphysiologische Behauptung aufgestellt wurde (z.B. „mit hohem Gehalt an Vitamin E“, „mit niedrigem Kaliumgehalt“) müssen diese unter „Analytische Bestandteile“ mit Angabe des Gehaltes gelistet werden.

Bestimmte Zusatzstoffe müssen auf dem Produktetikett angegeben werden, indem nach dem Wort „Zusatzstoffe“ die Kategorie oder Funktionsgruppe genannt wird, gefolgt von der Bezeichnung und/oder der E-Nummer der Substanz sowie der zugefügten Menge, z.B. „ernährungsphysiologische Zusatzstoffe“: E1 (Eisen) XXmg

Konservierungsstoffe und Antioxidantien fallen unter „technologische Zusatzstoffe“, Farbstoffe würden als „sensorische Zusatzstoffe“ aufgeführt.

 

Inhaltsstoffe, Zusammensetzung, Analyse

Ähnlich wie bei den ernährungsphysiologischen Angaben auf Lebensmittelpackungen finden sich auf Futtermitteln für Hunde und Katzen folgende Angaben als „Analytische Bestandteile“:

  • Protein (früher als Rohprotein deklariert)
  • Fettgehalt (früher als Rohfett deklariert)
  • Rohfaser
  • Rohasche
  • Die Deklaration des Feuchtigkeitsgehalts muss ab 14% Feuchte erfolgen.
  • Bestimmte Ausdrücke wie „Roh-„ und „Asche“ entstammen der Laborfachsprache und deren Verwendung ist gesetzlich vorgeschrieben.

    „Asche“ bedeutet nicht, dass dem Tierfutter Asche zugefügt wurde, sondern bezieht sich auf die nach dem Analyseverfahren („Veraschung“) als Rückstand verbleibende anorganische Komponente, die vorwiegend aus Mineralstoffen besteht; auch Angaben wie „anorganische Substanzen“ oder „Veraschungsrückstände“ sind erlaubt.

     

    Mindesthaltbarkeitsdatum und Bezugsnummer der Partie

    Diese Informationen ermöglichen Herstellern und Kontrollbehörden die Identifizierung von Partien (Chargen) eines Produkts, wenn die Rückverfolgbarkeit in gleicher Weise wie bei Lebensmitteln für den menschlichen Verzehr erforderlich ist.

    Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt aus, bis wann genau das Produkt bei unveränderter Qualität zu verwenden ist. Bis zu diesem Datum garantiert der Hersteller, dass die spezifischen Eigenschaften des Produkts, z.B. der Vitamingehalt, vollständig erhalten bleiben. Auch nach Ablauf dieses Datum kann das Produkt noch verwendet werden, doch ist die vollkommene Deckung des Vitaminbedarfs durch die Tagesration unter Umständen nicht mehr gewährleistet.

     

    Kontaktdaten des Herstellers

    Auf dem Etikett sind Name und Anschrift des Herstellers oder der Vertriebsfirma des Produkts angegeben. Zusätzlich sollten Kontaktdaten wie z.B. eine kostenlose telefonische Hotline, eine Website oder eine spezielle Kundendienst-Telefonnummer für Fragen angegeben sein.

     

    Fütterungsempfehlung

    Fütterungsempfehlungen sind durchschnittliche Angaben zur Sicherung der Energie- und Nährstoffversorgung des Tieres. Es ist wichtig zu wissen, dass dieser Bedarf je nach Alter, Größe, Aktivitätsniveau etc. eines Tieres variiert. Zwischen vergleichbaren Tieren können z. T. größere individuelle Schwankungen vorkommen.

    Es empfiehlt sich, die Tiere regelmäßig zu wiegen, um sicherzustellen, dass sie ihr gesundes Normalgewicht beibehalten.

     

    Was ist bei Nahrungen für kranke Tiere wichtig?

    Für Nahrungen „mit einem besonderen Ernährungszweck“ werden zusätzliche Angaben notwendig, auch diese sind gesetzlich vorgeschrieben. Als Beispiel müssen bei einer Reduktionsdiät folgende Angaben zusätzlich in der Deklaration enthalten sein: „zur Verringerung des Übergewichts“, „mit einem niedrigen Energiegehalt“, Angabe des Energiegehalts (in kcal bzw. kJ), „bis zum Erreichen des angestrebten Körpergewichts“, Angaben der täglichen Futtermenge sowie der Hinweis „Es wird empfohlen, vor der Verfütterung den Rat eines Fachmannes einzuholen“.

     

    Warum enthält Tiernahrung Zusatzstoffe?

    Zusatzstoffe werden bei Lebensmitteln für den menschlichen Verzehr eingesetzt, um diesen z.B. eine spezielle Textur zu verleihen bzw. die Produktqualität aufrechtzuerhalten. In gleicher Weise werden diese Substanzen auch in der Tiernahrung genutzt. Zusätzlich können Vitamine, Aminosäuren und Spurenelemente (wie z.B. Eisen) zugefügt werden, um sicherzustellen, dass das Produkt den (evtl. durch Krankheit erhöhten) Nährstoffbedarf des Tieres vollständig deckt. Viele der in der Tiernahrung verwendeten Zusatzstoffe werden auch in Lebensmitteln verwendet, alle müssen EU-zugelassen sein.

    Aufgrund offizieller Verordnungen und behördlicher Kontrollen ist durch strikte Vorschriften gewährleistet, dass alle verwendeten Zusatzstoffe zugelassen und für Tiere sicher sind.

    Im Zulassungsverfahren wird überprüft, ob der betreffende Zusatzstoff ein Risiko für die Tiergesundheit darstellt und ob er für den angegeben Verwendungszweck auch wirksam ist.

    Die Herstellerfirmen verwenden ausschließlich zugelassene Zusatzstoffe in der geringsten für den bestimmten Zweck wirksamen Menge.

     

    Ist Gluten-freie Nahrung gesünder?

    Weizengluten wird häufig als minderwertig und gefährlich für Hunde suggeriert, obwohl dessen hohe Verdaulichkeit unbestritten ist und Intoleranzen lediglich bei wenigen Rassen beschrieben sind. Ein Verzicht auf Weizengluten stellt keines Falles einen Zusatznutzen für die überwiegende Mehrzahl aller Hunde dar.

     

    Warum findet man unterschiedliche Mengenangaben in „Zusatzstoffe“ und „Analyse“?

    Die Menge ein und desselben Inhaltsstoffes, z.B. Vitamin X in ein und demselben Produkt ist bei „Zusatzstoffe“ geringer als bei „Analyse“.

    Um einen gewünschten Gesamtgehalt zu erreichen, kann man die Menge a an Vitamin X nutzen, die allein durch die Rohstoffe schon ins Produkt kommt und man kann dann noch etwas hinzufügen, wenn das alleine nicht ausreicht. In „Zusatzstoffe“ findet man die Menge b an Vitamin X, die zusätzlich hinzugefügt wurde, in „Analyse“ findet man die Menge c(=a+b) von Vitamin X, die insgesamt in diesem Produkt enthalten ist.

     

    Warum wird der Fleischanteil bei Royal Canin nicht
    angegeben?

    Worauf es bei den Zutaten wirklich ankommt, das sind die Nährstoffe (Aminosäuren, Fette, Kohlenhydrate), die sie für Hunde und Katzen liefern. Die ernährungsphysiologische Qualität von Hunde- und Katzennahrung ist nicht abhängig vom Prozentsatz an Fleisch, das sie enthält, sondern vielmehr von der Menge, Qualität und Vielfalt an Nährstoffen sowie von deren Verdaulichkeit und Bioverfügbarkeit für den Organismus der Tiere.

    Wird auf einer Packung nur der Fleischgehalt angegeben, so ist da keinerlei Garantie für die Qualität des Produkts, da diese nur von den ernährungsphysiologischen Eigenschaften des Fleisches abhängig ist.

    Aus diesem Grund hat sich Royal Canin dafür entschieden, die einzelnen Nährstoffe und deren Gehalt auf seinen Produkten anzugeben und nicht nur einfach die verwendeten Zutaten.

    Alle Produkte entsprechen in ihren Rezepturen exakt dem Nährstoffprofil, das nach der Analyse des Nährstoffbedarfs des einzelnen Tieres ermittelt wurde. Zusätzlich entspricht die gesamte Tiernahrung den Anforderungen der internationalen Regelungen durch die zuständigen Organisationen wie AAFCO, NRC und FEDIAF.

     

     

    Quelle: Royal Canin 2011    

     

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    Futterdeklaration