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Dr. med. vet. Annerose Hönicke

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Dr. med. vet. Eberhard Hönicke

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Ihr Tier hat eine fühlbare Veränderung im Gesäuge, die vielleicht ein Tumor sein könnte. Um die beste Behandlungsmethode für Ihre Hündin bzw. Ihre Kätzin zu finden, benötigt Ihr Tier Ihre eigene, tatkräftige          Mithilfe und besonders sorgfältige Aufsicht. Dieses Informationsblatt soll Ihnen helfen, die möglicher-                         weise vorgeschlagenen Behandlungen und Untersuchungen zu verstehen und eventuelle Veränderungen                    richtig einzuschätzen.

Wie kommt es zu Gesäugetumoren?

Die Entstehung von "Krebs" ist auch beim Tier nicht genau geklärt. Speziell bei Gesäugetumoren aber                      gibt es gesicherte Erkenntnisse, dass bestimmte Hündinnen bzw. Kätzinnen besonders häufig daran                        erkranken. Es sind dies vor allem Muttertiere, die einen oder mehrere Würfe Welpen gesäugt haben.                  Auch unkastrierte Hündinnen, die regelmäßig läufig werden "durften", ( wir Tierärztinnen sprechen eher                     von "müssen") haben, ebenso wie unkastrierte Kätzinnen, ein Risiko von etwa 40%, an Gesäugekrebs zu                   erkranken. Bei Hündinnen, die dazu auch noch regelmäßig scheinschwanger werden, steigt dieses Risiko                 sogar auf 60% an.

Warum ist das so? Man vermutet, dass die verstärkte Durchblutung des Gesäuges nach einer Läufigkeit                  oder Rolligkeit dazu führt, dass sich Krebszellen eher entwickeln und ausbreiten. Außerdem unterliegt                       der Hormonhaushalt unkastrierter, weiblicher Tiere ständigen Schwankungen, und jeder neue Hormon-                      schub während eines neuen Zyklus scheint das Risiko zu erhöhen. Hündinnen und Kätzinnen bekommen                 dagegen fast nie Gesäugekrebs, wenn ihnen frühzeitig, d.h. innerhalb der ersten 9 Monate ihres Lebens,                    beide Eierstöcke entfernt werden. Die Kastration ist also die wichtigste und effektivste Vorbeugemaßnahme               gegen Brustkrebs beim Tier.

Ihr Tier hat schon einen Tumor - was kommt jetzt auf Sie zu?

Leider kann man einem Tumor nicht von außen ansehen, ob er gutartig oder bösartig ist. Oberstes Ziel einer Behandlung ist, den schon entstandenen Schaden zu begrenzen. Eine frühzeitige Entfernung des Tumores                ist daher nach neuesten Erkenntnissen das gebot der Stunde! Vorher sind aber einige weiter führende Untersuchungen notwendig:

Um festzustellen, ob das Gewächs schon Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat, ist eine Röntgenuntersuchung der Lunge und eine Untersuchung der vielleicht geschädigten Organe mittels Blutunter- suchung dringend geboten.

Wenn (hoffentlich) alle Werte weitgehend normal sind, sind diese Untersuchungen auch eine wichtige Entscheidungshilfe für eine baldige Operation. Diese wird dann besonders schnell nötig werden, wenn der,                  bzw. die Tumoren anfangen zu wachsen.

Im Normalfall wird bei einer Brustkrebs- Operation auch ein großer Teil des gesund erscheinenden         Gesäugegewebes mit entfernt, denn es ist leider oft schon mit mikroskopisch kleinen Geschwülsten durchsetzt.

Kann man denn nicht einfach ertasten, ob der Tumor gut- oder bösartig ist?
Nein, das kann man nicht - auch wenn es immer wieder "hellseherisch begabte" Personen gibt, die                        so einen Quatsch behaupten! Letzte Sicherheit gibt NUR die abschließende mikroskopische Untersuchung                des gesamthaft entfernten Tumors bzw. der Gesäugeleiste, die mehrere "Knubbel" enthält. Sie wird durchgeführt         in speziell dafür ausgerüsteten Spezialpraxen, wo es Tierpathologen gibt, die sich in der Beurteilung veränderter Gewebe auskennen. Eine Tumoroperation ohne Untersuchung des entfernten Gewebes macht wenig Sinn, weil           das Tier so eine wichtige Chance verliert. Welche? Nämlich die, eine dem Tumor gemäße Weiterbehandlung             zu erfahren und eine bessere Lebensqualität zu erlangen.

Eine Altersgrenze für eine Operation gibt es nicht, die modernen Narkosen gestatten auch in der Tiermedizin              Chirurgie bis ins hohe Alter. Natürlich bestehen die Risiken, wie jede Vollnarkose sie bietet, aber die Erfahrungen        mit der chirurgischen Entfernung von Tumoren zeigen, dass die Überlebensdauer und die Lebensqualität der Hündinnen deutlich verbessert werden kann, wenn rechtzeitig operiert wird.
Allerdings: Tiere, die schon massive Metastasenbildung in der Lunge zeigen, oder solche, die stark veränderte Blutwerte haben, wird man aber eher von einer Operation ausschließen, da sie keinen wesentlich lebens-                   verlängernden Effekt hätte. Mit ein wenig unterstützender Behandlung können aber auch solche Patienten noch            einige Zeit schmerzfrei weiterleben.

Wie geht's weiter?

Die wichtigste Untersuchung ist das regelmäßige Abtasten des Gesäuges . Kontrollieren Sie bitte unbedingt              zu Hause, ob vorhandene Knoten gewachsen, oder neue hinzugekommen sind. Falls Sie unsicher sind, wie                  Sie Ihr Tier untersuchen sollen - fragen Sie Ihre Tierärztin/ Ihren Tierarzt, die zeigen es Ihnen gern!

Wenn ein bösartiger Gesäugetumor festgestellt wurde, sollte außerdem die Lunge regelmäßig mindestens               alle 6 Monate auf eventuelle Metastasenbildung kontrolliert werden. An diesen Kontrollterminen kann auch die halbjährliche Blutuntersuchung durchgeführt werden - bitte lassen Sie Ihr Tier dann nüchtern! Auch die                         Kontrolle des Gewichtes gibt Hinweise auf den Gesundheitszustand - bitte wiegen Sie Ihr Tier regelmäßig einmal         pro Monat ( bei Ihrer Tierärztin/ Ihrem Tierarzt oder zu Hause ) und informieren Sie Ihre Tierarztpraxis, wenn es            starke Veränderungen gibt!

Über die zukünftige Lebenserwartung gibt es keine verlässlichen Prognosen. Ein Tier mit bösartigem Krebs hat           aber sehr wahrscheinlich nach Stellung der Diagnose je nach Tumorart noch eine Chance auf (so sagt es die               Statistik) 3 Monate bis 8 Jahre tiergerechtes Leben, wenn Sie durch gute Beobachtung die Therapie unterstützen,         die Termine für die Kontrolluntersuchungen genau einhalten und die verordneten Medikamente nach Anweisung gewissenhaft verabreichen. Übrigens: Einige meiner Patienten haben trotz bösartigster Diagnose noch viele                 Jahre gelebt, einfach deshalb, weil sich ihre Besitzer zu einer sehr fühzeitigen Operation entschlossen hatten.

Fazit:

  • Nicht jeder Tumor im Gesäuge einer Hündin oder einer Kätzin ist immer bösartiger Krebs
  • Niemand (!) kann von außen sehen oder ertasten, ob ein Tumor gutartig oder bösartig ist
  • Eine Operation ist notwendig, da die Tumoren wachsen und sehr sinnvoll, um zu wissen, ob ein gutartiger oder bösartiger Tumor vorliegt
  • Sie ist auch bei alten Tieren sinnvoll, es gibt schonende Narkoseverfahren mit wenig Restrisiko
  • Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit, und Kätzinnen, die nach der ersten Rolligkeit kastriert  werden, bekommen so gut wie nie Gesäugekrebs (vergl. auch “Kastration” ).

 

 

 

 

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Gesäugetumore