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Dr. med. vet. Eberhard Hönicke

Ernährung von Hunden im Wachstum

Grundsätzlich sollten Junghunde nicht überfüttert werden, da eine zu schnelle Gewichtsentwicklung die Überlastung des Skeletts bedingt und zu Gelenk- und Knorpelproblemen führt. Weiterhin ist eine bedarfsdeckende Versorgung mit Kalzium  und Phosphor erforderlich. Das Futter muss Spurenelemente und Vitamine in einer Menge enthalten, die eine sichere Versorgung gewährleistet.

Entscheidend ist es, die Futtermenge richtig zu dosieren. Der Energiebedarf junger Hunde kann in Abhängigkeit von Rasse (Behaarung, Unterhautfett, Spontanaktivität) und Haltungsbedingungen (Außentemperatur) erheblich variieren. Daher sollte bei der Futtermengenzuteilung nicht zu schematisch vorgegangen werden. Am besten wiegt man den Hund regelmäßig!

Ein großwüchsiger Hund sollte am Ende des ersten Lebensjahres etwa 80% seines Endgewichts erreicht haben. Bei einem erwarteten Gewicht von 35kg des ausgewachsenen Hundes sollte also im Alter von 12 Monaten ein Gewicht von 28kg vorliegen. Ein gut ernährter Hund sollte nicht verfettet sein, die Rippen und die Wirbelsäule sollten leicht zu ertasten sein. Hier ist besonders bei Labrador Retrievern ein kritischer Blick gefragt, da diese Rasse eine Neigung zu Verfettung aufweist.

Folgende Richtwerte erlauben eine Kontrolle darüber, ob der Junghund für sein Alter Idealgewicht hat.

erwartetes Endgewicht

Empfohlene Körpermasse (in % des Endgewichts) im jeweiligen Lebensmonat

Monatsmittel                                                         Monatsende
1          2        3        4       5+6                                  6.     12.

5kg

10

24

38

52

70

 

80

100

10kg

7

19

33

48

65

 

75

95

20kg

6

16

30

45

61

 

70

95

35kg

4

13

27

41

57

 

65

88

60kg

4

11

22

34

50

 

60

80

Deutlich über den Angaben liegende Werte deuten auf Überfütterung hin. Schnellwüchsige Welpen müssen nicht unbedingt “fett” aussehen, oft sind sie nur in Relation zum Alter zu schwer und schaden damit ihren Gelenken. Ein zu schnell wachsender Junghund braucht trotzdem Futter mit ausreichendem Eiweiß zur Entwicklung des ganzen Organismus. Aber die Energiezufuhr muss reduziert werden, damit er langsamer wächst und seine Gelenke Zeit haben, sich dem Gewicht anzupassen.

Die bedarfsdeckende Versorgung mit allen notwendigen Nährstoffen ist durch Fertigfutter zu erreichen oder auch durch selbst hergestelltes Futter. Die meisten im Handel angebotenen Futter sichern die Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen. Daher sollten auf keinen Fall zusätzliche Kalziumpräparate oder Vitaminergänzungen gefüttert werden, sonst kommt es schnell zu einer unnötigen Überversorgung! Das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor sollte bei 1,2:1 - 1,5:1 liegen. Dies ist in Fertigfutter in der Regel gegeben. Durch zusätzliche Kalziumgabe wird das optimale Verhältnis gestört und es kommt zu Entwicklungsstörungen des Skeletts.

Folgende Empfehlungen gelten zur Zusammensetzung von Trockenfutter für junge Hunde:
Rohprotein: 20-23%
Kalzium: 0,8-1,2%
Phosphor: 0,6-1,0%
Vit. A: 5000-6000 IE/kg
Vit. D: 400-500 IE/kg

 

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Hunde im Wachstum