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Nierenerkrankung
Bei Ihrer Katze wurde eine Erkrankung der Nieren diagnostiziert. Diese Informationen sollen Ihnen dabei helfen, die Krankheit Ihres Tieres besser zu verstehen und ist zugleich ein kleiner Ratgeber für die richtige Pflege zu Hause.
Eingeschränkte Nierenfunktion Nierenerkrankungen können bei Tieren aller Altersstufen und bei allen Rassen vorkommen. Einschränkungen der Nierenfunktion, also der Entgiftungsleistung der Nieren werden jedoch besonders bei älteren Katzen, d. h. ab dem 7./8. Lebensjahr, beobachtet. Eine gesunde Niere filtert giftige Abfallprodukte des Stoffwechsels aus dem Blut, sowie überschüssiges Wasser und nicht benötigte Salze und Mineralstoffe. Außerdem regelt sie die Rückgewinnung von Flüssigkeit, Mineralstoffen und Spurenelementen, sowie den Flüssigkeits-, Mineralstoff-, Säuren- und Basenhaushalt und den Blutdruck. Bei eingeschränkter Nierenfunktion bleiben Teile dieser Gifte im Körper, da nicht mehr alle Stoffwechselprodukte ausgeschieden werden können.
Für das schleichende Versagen der Nieren gibt es etliche Ursachen, oft sind wahrscheinlich mehrere Faktoren für die Erkrankung verantwortlich. Zu den Faktoren gehören Entzündungen der Niere, Erbkrankheiten, Nierensteine, Infektionen, Bluthochdruck, Krebserkrankungen und Verschleißung durch das Alter.
Bei einer Nierenschädigung übernimmt das noch gesunde Nierengewebe die Arbeit der ausgefallenen Zellen. Zu Beginn der Erkrankung geht das gut. Der Funktionsausfall wird kompensiert. Das gesunde Gewebe kann den Ausfall des zerstörten Gewebes ausgleichen. Doch mit der Zeit überfordert die Mehrarbeit das Gewebe. Es nimmt Schaden und stirbt schließlich ab. Je mehr Gewebe abgestorben ist, desto mehr zusätzliche Arbeit muss das noch verbliebene gesunde Gewebe übernehmen. Und je mehr Zusatzarbeit, desto schneller ist das verbliebene Nierengewebe überfordert. Verstärkt wird dieser Teufelskreis von Phosphaten, die normalerweise von der Niere aus dem Körper ausgeschieden werden. Durch die eingeschränkte Nierenleistung lagern die Phosphate im Organismus ab und verkalken das Nierengewebe. Dadurch wird die Niere zusätzlich geschädigt und das Absterben der Nierenzellen beschleunigt.
Da die Niere so viele Aufgaben erfüllen muss, kommt es bei einer Nierenerkrankung zu einer Vielzahl von Folgen für den gesamten Organismus. Dazu zählen Phosphatüberschuss mit Folgeerkrankungen, Organ- und Blutgefäßverkalkung, Bluthochdruck, der wiederum zu Blutgefäßschäden führen kann, Urämie (Harnvergiftung), Blutarmut, Entkalkung der Knochen, Gefahr der Austrocknung, Einschränkung der Hirnfunktion mit Verhaltensänderungen, Infektionen der Harnwege, Appetitlosigkeit und Abmagerung.
Symptome einer Nierenerkrankung Viele Katzen, die an einer Nierenerkrankung leiden, zeigen anfangs keinerlei Symptome. Die ersten Beschwerden treten erst auf, wenn bereits mehr als 2/3 der Nierenfunktion verlorengegangen sind. Dann steigt die Konzentration von „Stoffwechselgiften“, die nicht mehr über die Niere ausgeschieden werden, können an. Nun besteht dringender Handlungsbedarf, denn ist erst einmal eine Nierenschädigung eingetreten, ist keine Regeneration des zerstörten Nierengewebes mehr möglich. Nierenschäden verschlimmern sich mit der Zeit.
Tiere mit einer Nierenerkrankung verlieren ihren Appetit, erbrechen häufiger und trinken vermehrt. Gleichzeitig setzen sie häufiger Urin ab oder manchmal überhaupt nicht mehr. Das Fell erscheint glanzlos und schuppig, die Tiere sind oft sehr müde und lustlos. Diese Symptome können sich auch langsam über einen längeren Zeitraum entwickeln. Über eine Blut- und Urinuntersuchung können wir das Vorliegen einer Nierenerkrankung schnell und sicher feststellen.
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Stadien der chronischen Niereninsuffizienz
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Stadium 1
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Stadium 2
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Stadium 3
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Stadium 4
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Nur noch ca. 33% des Nierengewebe funktionsfähig
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Nur noch ca. 25% des Nierengewebe funktionsfähig
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Nur noch ca. 10% des Nierengewebe funktionsfähig
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Nur noch ca. 4% des Nierengewebe funktionsfähig
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Symptome
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Kaum merklich. Eventuell etwas mehr Durst, reduzierter Appetit
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Erhöhter Urinabsatz/ vermehrtes Trinken sind möglich. Reduzierter Appetit, Gewichts-verlust, Müdigkeit
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Erhöhter Urinabsatz/ vermehrtes Trinken, Gastritis, Magen- schleimhaut- entzündung mit Erbrechen, reduzierter Appetit, Gewichts- verlust, Müdigkeit
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Viele schwere Symptome, u. a. Blutarmut, Knochenerwei- chung, Verkalkung von Organen, Erbrechen, Durchfall
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Behandlung Eine Heilung der chronischen Niereninsuffizienz ist nicht möglich. Bei einer rechtzeitigen Entdeckung und einer sachgerechten Therapie kann das Fortschreiten aber verlangsamt und die Symptome gelindert werden. So kann nicht nur die Lebenserwartung Ihrer Katze verlängert, sondern auch ihre Lebensqualität verbessert werden.
Die Behandlung hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Um dies zu ermitteln sind Blut- und Harnuntersuchungen unbedingt erforderlich. Hinzu können Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen kommen.
Bei einer akuten Verschlechterung können eine stationäre Aufnahme zwecks Flüssigkeitstherapie und andere Notfallmaßnahmen nötig sein, um die Katze erst mal zu stabilisieren. Bei der Langzeittherapie steht die Kontrolle der Phosphataufnahme im Mittelpunkt. Zusätzlich werden die Symptome und Folgeerkrankungen medikamentös behandelt.
Besonders wichtig ist es, dass Ihr Tier zu jeder Zeit ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung hat. Wir werden Ihrem kranken Tier eine entsprechende Diät mitgeben, die wenig Phosphor und Natrium (Salz) sowie weniger, dafür aber besonders wertvolles Eiweiß (Protein) enthält. Diese Diät enthält alle wichtigen Nährstoffe und ausreichend Vitamine, entlastet dabei aber die Nieren. Das bedeutet, dass die Nieren weniger Abfallprodukte aus dem Eiweißabbau ausscheiden müssen. Der Gehalt an Phosphor ist ebenfalls reduziert, um die durch überschüssige Phosphoraufnahme verursachten Schäden zu verhindern. Der geringere Natriumgehalt soll helfen, den bei Nierenerkrankungen häufig erhöhten Blutdruck zu senken. Bitte füttern Sie nur die verordnete Diät und geben Sie Ihrem Tier Medikamente, Vitamine oder andere Extras nur nach Rücksprache!!!
Um auf ein Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig reagieren zu können, müssen die Blutuntersuchungen zur Nierenwertbestimmung regelmäßig wiederholt werden!
Wir empfehlen eine vorsorgliche Blutuntersuchung bei Katzen ab einem Alter von sieben bis acht Jahren.
Sollten Sie noch Fragen haben, so wenden Sie sich bitte an uns.
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