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Die Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

 

Die Schilddrüse - was ist das?

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ am Hals. Es ist eine Hormondrüse. Allerdings haben die hier gebildeten Hormone, die Schilddrüsenhormone,  nichts mit den Sexualhormonen zu tun, sondern es handelt sich um Stoffwechselhormone. Vereinfacht gesagt, regen die Schilddrüsenhormone den gesamten Stoffwechsel an.  Bei Erkrankungen der Schilddrüse kann es zu Über- und Unterfunktion kommen. Beide kommen sowohl beim Hund als auch bei der Katze vor, allerdings sind beim Hund ca. 99% der Fehlfunktionen Unterfunktionen, bei der Katze sind 99,9% der Fehlfunktionen Schilddrüsenüberfunktionen.                                                          Eine Schilddrüsenunterfunktion wird als Hypothyreose bezeichnet und bedeutet, dass zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet werden. Da die Schilddrüsenhormone anregend wirken, bedeutet dies, dass der gesamte Stoffwechsel bei einer Unterfunktion wie auf Sparflamme läuft. Es gibt kaum ein Organ, das hiervon nicht betroffen sein kann. Andererseits sind nicht immer alle Organe beteiligt, es kann auch einmal nur ein Symptom oder wenige auftreten.

Was sind die Symptome einer Hypothyreose?

Eines der häufigsten Anzeichen sind Veränderungen der Haut. Das Haar wird schütter oder es bilden sich kahle Stellen. Auffällig ist dies einerseits auf dem Nasenrücken und andererseits am Hals und an den Flanken. Häufig ist die Haut an den betroffenen Stellen dunkel verfärbt oder trocken-schuppig. Nicht selten jedoch haben die Patienten auch eine Hautinfektion. Bakterien, manchmal auch Pilze, nisten sich auf der geschädigten Haut ein. Die betroffenen Hunde haben dann auch starken Juckreiz.                                                                                               Im Rahmen der Hypothyreose kann es zu einer Verdickung der Unterhaut kommen. Dies tritt vor allem im Gesicht auf und führt zum leichten Anschwellen des Gesichts. Die Hunde sehen dann oft sehr traurig aus.                                                  Sehr häufig sind auch Auswirkungen auf das allgemeine Befinden. Die Tiere sind auffällig antriebslos.                                                                                    Nicht einfach nachzuweisen ist eine Muskelschwäche, ein weiteres häufig auftretendes Symptom.                                                                                    Da der allgemeine Stoffwechsel auch für die normale Fortpflanzung wichtig ist, werden Tiere mit Schilddrüsenunterfunktion typischerweise unfruchtbar. Das Spektrum reicht vom Ausbleiben der Läufigkeit über fehlende Befruchtungsfähigkeit bis hin zu Fehlgeburten oder lebensschwachen Welpen. Störungen der Nerven sind ein weiters Problem, das bei einer Hypothyreose auftreten kann. Diese können sehr leicht sein, so dass sie nur mit viel technischem Aufwand nachgewiesen werden können, aber es kommen auch schlimme Fälle vor mit schweren Lähmungen.         Manchen Veränderungen können nur mittels einer Blutuntersuchung festgestellt werden. Hier gibt es eine Reihe von Veränderungen (z. B. leichte Anämie, Hyperlipämie), die zwar typisch für eine Hypothyreose sind, aber auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten können.                                                             Seltenere, aber in der Regel sehr schwere Auswirkungen einer Hypothyreose betreffen Welpen in einer angeborenen Form, weiterhin Tiere, bei denen die Ursachen der Hypothyreose in einem Hirntumor begründet ist und die sehr seltene Form von Koma durch Schilddrüsenunterfunktion.                                             Fast jedes Organsystem ist also in irgendeiner Weise betroffen und je nachdem, wo die Störung sich am meisten auswirkt, wird einmal das eine und einmal das andere Problem auffällig sein.

Die Diagnosenstellung

Eine gesicherte Diagnose kann nur über eine Blutuntersuchung erfolgen. Um unverfälschte Ergebnisse zu bekommen, muss der Hund am Tag der Blutentnahme nüchtern zum Tierarzt kommen.                                                                            Um eine Schilddrüsenunterfunktion zu diagnostizierten gibt es verschiedene Werte, die ermittelt werden können. Einzelne Werte müssen im Zweifelsfall nicht eindeutig sein und es kann eine Kombination aus verschiedenen Werten nötig werden um eine sichere Diagnose stellen zu können.

Bei der Messung des Schilddrüsenhormons im Blut wird das sogenannte Thyroxin (T4) gemessen. Der Blutspiegel ist von sehr vielen Faktoren abhängig. Erstens besteht das Problem darin, dass Hormone dazu da sind, Vorgänge im Körper zu regulieren. Das bedeutet, dass viel Hormon freigesetzt wird, wenn viel benötigt wird, jedoch wenig, wenn wenig benötigt wird. Die benötigte Menge schwankt dabei sehr stark und ist von äußeren Umständen abhängig, z. B. davon, ob es gerade warm oder kalt ist. Diese Schwankungen treten bei gesunden und kranken Tieren auf und die Bereiche, in denen sich die Hormonmenge bewegt, können sich überschneiden. Zweitens ist gerade das Schilddrüsenhormon sehr stark davon abhängig, was sonst im Körper geschieht. So wirkt sich die Gabe von bestimmten Medikamenten (z. B. Kortison, entzündungshemmende Schmerzmittel), das gleichzeitig Vorliegen anderer Erkrankungen (z. B. eine Durchfallerkrankung, fieberhafte Erkrankungen, ...) oder das Vorhandensein anderer Hormonstörungen sowie die Fütterung von rohem Kopf- und Schlundfleisch störend auf den den Spiegel der Schilddrüsenhormone aus.

Möglichkeiten, diese Probleme zu umgehen:

- Laboruntersuchungen wegen Schilddrüsenproblemen immer vor dem Beginn einer Therapie durchführen, soweit dies möglich ist.

- Die gleichzeitige Bestimmung von T4 und TSH (Schilddrüsen-stimulierendes Hormon, führt zur Bildung von Schilddrüsenhormonen in der Schilddrüse)

- Die Bestimmung des fT4 (freies T4). Dies ist nur ein kleiner Anteil der gesamten Schilddrüsenhormone, aber der wirksamste!

- Die Durchführung eines Schilddrüsen-Stimulationstests. Dieses Verfahren ist als TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon)-Test und als TSH-Test in Gebrauch. Letzterer ist wesentlich zuverlässiger, jedoch nur in wenigen spezialisierten Kliniken möglich und zudem auch relativ teuer.

- Für spezielle Fragestellungen kann T3 (Trijodthyronin, das zweite Schilddrüsenhormon) bestimmt werden, es können Antikörper gegen T3 oder T4 bestimmt oder ein Thyreoglobulin-Antikörper-Test gemacht werden

- Bei allen hormonellen Blutuntersuchungen gilt: Nicht jeder Test ist eindeutig, manchmal müssen die Ergebnisse mehrerer Tests zusammen betrachtet werden, bis sich eine Diagnose ergibt.

Eine weitere Möglichkeit, die Schilddrüse zu untersuchen und beurteilen zu können ist die Untersuchung per Ultraschall. Auf diese Weise kann eine Beurteilung der Größe, Form und Struktur der Schilddrüsenlappen erfolgen. Dies kann Hinweise darauf geben, ob es sich um ein Adenom (gutartig, meist beidseitig vergrößert) oder ein Karzinom (bösartig, meist einseitig vergrößert) handelt. 

 

Therapie

Wenn die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion gestellt wurde, können die fehlenden Schilddrüsenhormone über Medikamente ersetzt werden. In regelmäßigen Abständen sollten die Schilddrüsenwerte nachkontrolliert werden, um die Medikamentendosis anpassen zu können. Die Medikamentengabe erfolgt lebenslang, da die Symptome beim Absetzen wieder auftreten würden.

 

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