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Dr. med. vet. Eberhard Hönicke

Zähneputzen, mit Futter bitte!

Wohnungskatzen drohen viel stärkere Zahnprobleme als Freilaufkatzen und „Selbstversorgern“, weil ihre Menschen es nur gut mit ihnen meinen…

Freilebende Katzen, die sich vor allem von Mäusen ernähren, haben keinen Zahnstein, denn beim Zerkauen ihrer Beute werden die Zähne der Katze jedes Mal voll beansprucht und „geputzt“. Wohnungskatzen aber, denen zweimal täglich lecker saftiges Dosenfutter gefüttert wird, bekommen etwa ab dem fünften Lebensjahr Zahnstein. Es bilden sich gelbe Beläge am Zahnhals, am Übergang zum Zahnfleisch, die sich im Laufe der Zeit zu steinharten gelbbraunen Krusten auswachsen, die Zähne und Zahnfleisch angreifen und nur noch unter Narkose vom Tierarzt entfernt werden können.

Viel Kauen ist gut für die Zähne

Zahnstein wäre kein Problem, wenn Katzen sich so wie wir Menschen zweimal täglich die Zähne putzen würden bzw. putzen ließen. Es gibt sie auch, die Zahnbürste speziell für Katze und für Hund. Doch während Hunde dem Wunsch/Befehl ihres Bosses folgen und sich die Zähne putzen lassen, fahren Katzen in der Regel ihre Krallen aus und wehren sich nach Kräften. Sie empfinden die Zahnbürste im Maul als Gewalt und damit ist das Thema „Zähneputzen“ für sie nicht verhandelbar. Es geht aber auch ganz ohne. Der beste Schutz für eine Katze ist die richtige Ernährung:

  • Kontrollieren Sie auf der Rückseite der Futterdose bzw. –Beutel die Inhaltsstoffe. Enthält das Lieblingsfutter Ihrer Katze Zucker oder Karamel? Der süße Zusatz macht das Futter für Katzengaumen besonders lecker, doch sind damit Zahnprobleme vorprogrammiert. Zucker/Karamel macht auch Katzenzähne kaputt. Zuckerfrei ist deshalb besser für Stubentiger. Das sollten übrigens auch alle Zwischendurch-„Bonbons“ oder Leckerlis sein!
  • Geben Sie Ihrer Katze täglich etwas zu kauen. Am einfachsten ist Trockenfutter, dessen Brocken so groß sind, dass die Katze sie nicht einfach auflecken und runterschlucken kann.
  • Der Fachhandel bietet inzwischen Trockenfutter, die eine Katze zum intensiven kauen bringen und einen Zahnputz-Effekt haben. Es werden auch Kau-Spielzeuge angeboten, die, mit Kräutern gefüllt, eine Katze zum Drauf-Herum-Kauen verlocken sollen. In alten Katzen-Ratgebern steht zum Stichpunkt Ernährung oft noch der Rat, einmal in der Woche zähes Fleisch zu füttern. Der Rat liest sich überholt, ist es aber nicht: Ein Stück frisches Rinderherz, Rindsroulade oder Rindergoulasch schmeckt den meisten Katzen köstlich und ist gut für die Zähne

Bitte regelmäßig Zahnkontrolle

Gewöhnen Sie Ihr Katzenkind möglichst von klein auf daran, dass Sie sich ab und zu seine Zähne ansehen, damit es sich auch später als erwachsene Katze eine Zahnkontrolle gefallen lässt. Und gehen Sie mit einer erwachsen Katze einmal im Jahr zur Zahnkontrolle zum Tierarzt. Bei allen Katzenrassen, die zu Zahnfehlstellungen neigen (wie z. B. Perserkatzen), zu Unter- oder Überbiss, ist eine regelmäßige Kontrolle besonders wichtig, denn bei ihnen treten Zahnprobleme häufiger auf.

Unbedingt zum Tierarzt und die Zähne untersuchen lassen sollten Sie wenn

  • die Katze Mundgeruch hat
  • sie sabbert
  • sie vorsichtig kaut oder nur auf einer Seit
  • sie kauen vermeidet und Futter liegen lässt
  • sie plötzlich auf Berührungen und Streicheln am Kopf empfindlich reagiert und dort nicht angefasst werden möchte

Eine interessante Animation zur Entstehung von Zahnstein und Bilder über das Zähneputzen bei Katzen finden Sie unter www.denticur.de .

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