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Borreliose beim Hund
Borrelien sind Bakterien, die ausschließlich durch Zecken auf den Hund übertragen werden.
Die Borrelien leben im Darm der Zecke. Wenn die Zecke einen Hund beißt und anfängt Blut zu saugen, wandern die Borrelien aus dem Zeckendarm zur Bißstelle und infizieren so den Hund. Dies dauert mindestens 20 Stunden. Der Anteil der mit Borrelien infizierten Zecken ist saisonal und regional sehr unterschiedlich. Er variiert zwischen 0 und 40 %.
- Vom Menschen weiß man, dass die Gefahr, nach einem Zeckenbiß an Borreliose zu erkranken 2-4 % beträgt.
An der Bißsstelle entsteht zunächst eine Hautrötung, die aber oft unbemerkt bleibt. Wenn der Erreger nicht unter der Haut abgewehrt werden kann, vermehren sich die Borrelien und breiten sich von der Bißstelle über den Körper aus.
- Beim Menschen entsteht an der Bißstelle eine wandernde Rötung (Erythema migrans), die typisch für Borrelieninfektionen beim Menschen ist. Diese gibt es beim Hund nicht.
Nach 2-5 Monaten entwickeln sich Gelenksentzündungen. Zunächst sind oft Gelenke beteiligt, die in der Nähe (gleiche Körperseite) des Zeckenbisses liegen. Der Hund geht lahm, die Gelenke sind schmerzhaft und eventuell geschwollen. Gelegentlich treten Fieber, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit auf. Diese Krankheitssymptome können nach einigen Tagen verschwinden und nach 6-12 Wochen erneut auftreten. Jetzt sind auch andere Gelenke beteiligt - die Lahmheit wechselt.
Manche Hunde entwickeln auch Nierenentzündungen, schwere Allgemeinerkrankungen oder Hautentzündungen. Der Hund kann auch daran sterben.
Das Krankheitsbild ist insgesamt sehr variabel und läßt eine eindeutige Diagnose oft nicht zu. Deshalb müssen zunächst alle anderen Ursachen für eine Lahmheit oder die entsprechenden Krankheitssymptome ausgeschlossen werden. Bleibt der Verdacht einer Borreliose erhalten, wird diese klinische Diagnose durch die Labordiagnostik überprüft und unterstützt.
Welche Tests gibt es?
- 1. Nachweis von Borrelien im Blut
- 2. Nachweis von Antikörpern gegen Borrelien im Blut
- 3. Nachweis von Borrelien in einer Hautprobe
- 4. Nachweis von Borrelien in der Zecke
Was kann der Tierarzt tun, wenn der Hund bereits erkrankt ist?
Wenn Ihr Hund an Borreliose erkrankt ist, kann der Erreger mit speziellen Antibiotika über mindestens 2-4 Wochen bekämpft werden. Oft können die Borrelien aber nicht vollständig beseitigt werden, so dass ein erneutes Aufflammen der Erkrankung zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist.
Wie kann ich meinen Hund schützen?
Der sicherste Schutz bietet eine wirksame Zeckenprophylaxe in Form von Spot On‘s – Substanzen, die im Nacken des Hundes aufgetragen werden und gleichzeitig gegen Flöhe und Zecken wirken. Diese muß regelmäßig alle 4 Wochen aufgetragen werden.
Zusätzlich sollten alle Hunde, täglich nach Zecken abgesucht werden. Wenn die Zecke weniger als 12 Stunden am Hund sitzt, kann auch keine Borrelieninfektion stattfinden. Bedenken Sie jedoch, dass es schwierig sein kann, ein kleine noch nicht vollgesogene Zecke im langen Hundefell zu finden.
Außerdem ist eine Impfung gegen Borreliose möglich. Sie sollte bei Hunden, die oft Zecken haben (Jagdhunde, Hunde, die viel im Gebüsch stöbern) erfolgen. Der Hund wird 2 Mal im Abstand von 2-5 Wochen und dann je nach Infektionsrisiko halbjährlich oder jährlich geimpft. Am besten erfolgt die erste Impfung im frühen Frühjahr (Februar/März) und im Herbst, damit der Impfschutz in der Zeckensaison (Mai/Juni) bereits aufgebaut ist.
Auch geimpfte Hund sollten zusätzlich täglich nach Zecken abgesucht werden.
Sollten Sie noch Fragen haben, so wenden Sie sich bitte an uns.
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